Dienstag, 15. Juli 2014

Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!

Kunstaktion „Das 11. Gebot“ kritisiert die geplante Subventionierung des 100. Katholikentags 2016 in Leipzig, über die am Mittwoch (16.07.2014) in der Leipziger Ratsversammlung abgestimmt wird. 
An der Aktion beteiligen sich u. a. auch Mitglieder der gbs-Hochschulgruppe Jena sowie der gbs-Regionalgruppen aus Mittelthüringen, Dresden und Stuttgart. 



Mit einer knapp drei Meter hohen „steinernen Gesetzestafel“, neben der ein ebenso großer Moses seinen Zeigefinger mahnend in den Himmel reckt, wird die Kunstaktion „Das 11- Gebot“ in der Leipziger Innenstadt auf die verfassungsrechtlich problematische Subventionierung kirchlicher Großereignisse aufmerksam machen. „Die derzeitige Praxis, dem Steuerzahler und damit auch bewusst kirchenfernen Menschen die Mitfinanzierung christlicher Kirchentage zuzumuten, muss beendet werden“, erklärte dazu der „Erfinder“ der Aktion, David Farago. „Dies gilt erst recht, wenn eine Stadt wie Leipzig mit fast 700 Millionen Euro Schulden an allen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Tierheimen, Jugend- und AIDS-Hilfe und historischen Archiven spart“, ergänzte der Koordinator der Leipziger Aktion, Maximilian Steinhaus. Deshalb wenden sich Mitglieder des Förderkreises der Giordano-Bruno-Stiftung in einem öffentlichen Brief an die Mitglieder der Leipziger Ratsversammlung, um ihnen darzulegen, dass auch ganz konkret für Leipzig die Begründung des Kulturdezernats zur Subventionierung nicht überzeugen kann.

Laut Artikel 3 des Grundgesetzes darf niemand „wegen (…) seines Glaubens, seiner religiösen und politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden“. Tatsache ist jedoch, dass Mitglieder der beiden Großkirchen im Verhältnis zu Anders- und Nichtgläubigen besondere Privilegien genießen. So erhalten die beiden christlichen Großkirchen vom Staat jedes Jahr Millionenbeträge für die Durchführung ihrer Kirchentage, während andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften keine vergleichbaren Leistungen beziehen. Dies sei demografisch nicht mehr zu legitimieren, meinte Farago, der die Kunstaktion in Leipzig mit Unterstützung der Giordano-Bruno-Stiftung durchführt: „Immerhin stellen die Konfessionsfreien heute mit 36,6 Prozent den größten Anteil der deutschen Bevölkerung, während nur noch 28,2 % der evangelischen bzw. 29,2 % der katholischen Kirche angehören. In den großen Städten, die jedes Jahr einen erheblichen Anteil der Kosten der Kirchentage übernehmen, ist der Anteil der Konfessionsfreien sogar noch höher. So sind beispielweise in Berlin 69 Prozent der Einwohner konfessionsfrei, in Leipzig sogar über 80 Prozent.“

Wie der Flyer, der zur Kunstaktion in Leipzig verteilt wird, erläutert, zahlten die Steuerzahler, unabhängig davon, ob sie Kirchenmitglieder sind oder nicht, mehr als ein Drittel von den insgesamt 71,8 Millionen Euro, die von 2001 bis 2014 für die evangelischen und katholischen Kirchentage aufgewandt wurden. Eine solche öffentliche Finanzierung innerkirchlicher Angelegenheiten widerspräche der von der Verfassung geforderten weltanschaulichen Neutralität des Staates und könne nicht länger hingenommen werden, erklärte Farago. Deshalb kündigte er an, dass der mahnende Moses mit der Gesetzestafel auf jedem der kommenden Kirchentage in Erscheinung treten werde, solange die Verantwortlichen glaubten, das 11. Gebot „Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ nicht befolgen zu müssen.

In Leipzig wird die Plastik des „11. Gebots“, dessen Entdeckung von den Aktiven der Giordano-Bruno-Stiftung augenzwinkernd als „die archäologische Sensation des Jahrhunderts“ gefeiert wird, noch bis diesen Mittwoch zu sehen sein. Weitere Informationen zur Kunstaktion sowie zur Finanzierung der Kirchentage in Deutschland finden Sie auf der Aktionswebsite: www.11tes-gebot.de  

Dienstag, 8. Juli 2014

Petition gegen Thüringer Tanzverbot

Die Petition gegen das Tanzverbot in Thüringen läuft noch etwas über 2 Wochen, daher wollen wir hier noch einmal dafür Werbung machen: Ihr habt keine Lust auf Bevormundung durch die christlichen Kirchen? Dann stimmt für eine Reform des "Thüringer Feiertagsgesetzes"! Man muss seinen Wohnsitz auch nicht in Thüringen haben, um unterzeichnen zu können: 

Es ist nicht die Aufgabe des Staates, allen Menschen Andächtigkeit vorzuschreiben – zumindest nicht, wenn die Grundlage hierfür religiöse Überzeugungen sind, die von weit mehr als 2/3 der Bevölkerung in Thüringen nicht geteilt werden. 

Ihr wollt zunächst mehr über das Thema wissen? 
http://de.wikipedia.org/wiki/Tanzverbot 

Wer glaubt, dass man per Petition keine Änderung bewirken kann: In Bremen hat eine Petition gegen das Tanzverbot genau dies geschafft! 

Wer glaubt, das Verbot sei doch ohnehin nicht relevant: nach § 8 Abs. 3 des besagten Thüringer Feiertagsgesetzes kann die Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro (!) geahndet werden. Im April 2010 hat das Oberverwaltungsgericht Weimar beschlossen, dass auch eine Bowlingbahn an Karfreitag geschlossen bleiben muss

Samstag, 21. Juni 2014

Säkularer Brunch

Wir treffen uns am Sonntag (22. Juni) ab 11 Uhr im Paradies (Rasenmühleninsel) um über Gott und die Welt zu reden. Snacks, Gesprächsstoff und Buchempfehlungen der gbs Jena sind mit dabei. 
Das Mitbringen einer Sitzunterlage ist bestimmt von Vorteil.

Interessierte sind herzlichst eingeladen! 

Wer uns nicht findet kann uns unter Tel. 0178 / 18 234 08 anrufen. 

Eine Zusage über Facebook oder per E-Mail
 wäre wünschenswert, damit wir planen können hinsichtlich Essen & Getränken. 

Donnerstag, 19. Juni 2014

Vortrag von Dr. Neureither zum Religionsverfassungsrecht

DIESEN FREITAG in Jena: 
Dr. Georg Neureither (Universität Heidelberg) spricht zum Thema: 


Staat-Kirche-Beziehungen in Deutschland – Historisches, Rechtsgrundlagen und aktuelle Debatten 

Der Referent ist Betreiber des Blog http://religion-weltanschauung-recht.net/ und ist ein Experte auf dem Gebiet des Weltanschauungsrechts. 

Nähere Informationen finden Sie hier

Donnerstag, 22. Mai 2014

Ein Protestbrief und seine Reaktionen

Unser öffentlicher Protestbrief, den wir anlässlich der sog. „Hochschultage“ vom 12. bis 14. Mai 2014 an den Rektor der Universität Jena, Professor Dr. Klaus Dicke, und an den Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter schickten, hat einigen Staub aufgewirbelt. Wir haben den offenen Brief nicht nur hier auf unserem Blog veröffentlicht, sondern auch klassisch in Papierform an verschiedenen Stellen in der Universität und den Mensen verteilt. Zusätzlich berichteten einige Nachrichtenportale und Blogs über unsere Aktion und schlossen sich im Grundsatz ausnahmslos unserer Kritik an, was in den entsprechenden Kommentarfunktionen zu lebhaften Diskussionen führte, in die wir uns manchmal auch selbst zur Richtigstellung einiger falscher Behauptungen einschalteten: