Montag, 21. April 2014


Liebe Aufklärer,

mittlerweile hat das Sommersemester auch in Jena begonnen und wir sind back in action. Von April bis Juni richten wir drei Vortragsabende zu den Themen Tierethik, Sozialdarwinismus und der Idee vom christlich-jüdischen Abendland aus.
Darüber hinaus laden wir zum 90. Geburtstag, des kürzlich verstorbenen Kirchenkritikers, Karlheinz Deschners ein, den Dokumentarfilm »Die haßerfüllten Augen des Herrn Deschner« (1998, D) zu sehen und im Anschluss mit uns über die Kriminalgeschichte des Christentums zu diskutieren. 
Zum Ende der Vorlesungszeit treffen wir uns zum Brunch auf der beliebtesten Grünfläche Jenas, dem Paradies, um euch danach in die Klausurphase zu entlassen.

Das Programm in allen Einzelheiten findet ihr oben rechts zum drauf klicken und unter "Veranstaltungen". Anregungen und Kritik sind jederzeit willkommen, und können gerne per Mail gesendet oder uns persönlich beim monatlichen Humanistischen Stammtisch – zu dem wir herzlich einladen – mitgeteilt werden.

Eure gbs Hochschulgruppe Jena

Mittwoch, 27. November 2013

Kann die Wissenschaft begründete Aussagen über gute und schlechte gesellschaftliche Werte tätigen?

(Von Rimtautas Dapschauskas)

Die humanistisch-naturalistischen Gegenpositionen zu religiösen Weltdeutungen bleiben selbstverständlich nicht bei der kritischen Hinterfragung der metaphysischen Behauptungen von religiösen Weltbildern stehen, sondern bieten im Rahmen eines vernunftbasierten intellektuellen Diskurses auch gute Alternativen an. Gerade wenn es um ethische Prinzipien für das gesellschaftliche Miteinander geht, herrscht immer noch weithin die Vorstellung, dass die (Natur-)Wissenschaften zu diesen Fragen keine Aussagen treffen können und sollten. Von einem Sein kann nicht auf ein Sollen geschlossen werden. Doch ist es wirklich so, dass es keine Möglichkeiten gibt, auf evidenzbasierter empirischer Basis das Wohlergehen der Menschen in einer bestimmten Lebensumgebung, in einer bestimmten Gesellschaft zu ermitteln und zu vergleichen? Zu diesen Fragen bezieht der bekannte Neurowissenschaftler und Philosoph Sam Harris in seinem Vortrag im Rahmen der TED-Konferenz im Jahre 2010 über die Beziehung zwischen Wissenschaft und humanistischen Werten deutlich Stellung. Können Wissenschaften - insbesondere die Naturwissenschaften - überhaupt etwas über ethisch/moralische Werte, über das menschliche Wohlergehen im gesellschaftlichen Zusammenleben aussagen, einen Weg in die "richtige" Richtung aufzeigen? Sam Harris beantwortet diese Frage eindeutig mit einem "Ja!". Zudem werden auch ein paar vernünftige Argumente gegen einen totalen Werterelativismus ins Feld geführt, der von einer großen Anzahl politisch korrekter -durchaus auch säkularer- westlicher Intellektueller noch immer vertreten wird:

TEDTalk Sam Harris 2010


Diese Gedanken hat Harris in seinem Buch "The Moral Landscape: How Science Can Determine Human Values", dass 2011 erschienen ist, vertiefend dargestellt.

Freitag, 8. November 2013

Existiert Gott?

(von Rimtautas Dapschauskas)


In der letzten Zeit hat sich unsere Hochschulgruppe, ähnlich wie die Bundesstiftung, aus guten Gründen verstärkt gesellschaftspolitischen Themen zugewandt. Mitglied des Stiftungsbeirats Dr. Carsten Frerk war in der Reichtums- und Verschwendungsdebatte über die katholische Kirche, welche sich an dem grotesken Verhalten des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst entzündete, ein gefragter Experte in den Medien zu den undurchsichtigen Kirchenfinanzen. Ingrid Matthäus-Maier, ebenfalls Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung und GerDiA-Sprecherin (Kampagne gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz: http://www.gerdia.de/home) nutzte die Debatte um in Polittalkshows und Interviews generell auf die klaffende Diskrepanz zwischen dem bewusst positiv gezeichneten öffentlichen Bild der kirchlichen Sozialeinrichtungen und dem tatsächlichen Arbeitsrechts- und Finanzgebaren (Religiöse Diskriminierung und Zwangskonfessionalisierung bei gleichzeitiger Finanzierung der Einrichtungen zu über 90% aus öffentlicher Hand) deutlich hinzuweisen. Auch auf dem Markt der Möglichkeiten haben wir im Gespräch mit Interessierten immer wieder auf diese gesellschaftspolitischen Aspekte unserer Tätigkeit hingewiesen, was durchweg sehr positiv aufgenommen wurde. Dies zeigt, dass die Arbeit der Giordano-Bruno-Stiftung 1. bitter nötig und 2. auch im gewissen (durchaus begrenzten) Umfang ihre Wirkung in der Gesellschaft entfalten kann.

Doch neben der so wichtigen gesellschaftspolitischen Arbeit möchte ich darauf hinweisen, die philosophischen Grundlagen von Atheismus und evolutionärem Humanismus nicht aus den Augen zu verlieren. Und was könnte hier stärker auf den Kern aller Religionskritik abzielen, als die Frage nach der Existenz eines (oder mehrerer) metaphysischer übernatürlicher Wesen, und in unserem westlich geprägten kulturellen Kontext eines ganz bestimmten, transzendenten und persönlichen Gottes? Zu diesem Zweck sei an dieser Stelle noch einmal eine interessante und bisher nur wenig beachtete Debatte zwischen Dr. William Lane Craig und Dr. Michael Schmidt-Salomon zu diesem Kernthema als PDF-Dokument zur Verfügung gestellt. Dr. Craig gilt als einer der profiliertesten Vertreter der kreationistischen Intelligent Design Bewegung, der versucht seinen Glauben und die Existenz Gottes mit rationalen Argumenten zu untermauern. Rationale und wissenschaftliche Argumente sind jedoch ein Heimspiel für moderne Religionskritiker des 21. Jahrhunderts. Dr. Michael Schmidt-Salomon, Philosoph und bekannter Pressesprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, nimmt sich auf eloquente Art und Weise der Argumentationslinien Craigs an, und versucht seine logischen und philosophischen Irrtümer aufzuzeigen. Der Disput fand bereits am 26.04.2005 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt. Die Debatte zwischen den beiden Kontrahenten ist anspruchsvoll und lehrreich, aber auch auf Grund der messerscharfen Argumentationsketten sehr unterhaltsam. Jeder kann selbst entscheiden, welche Argumente überzeugender wirken und welche nicht: 

Craig vs. Schmidt-Salomon

Sonntag, 13. Oktober 2013

Getümmel auf dem Markt der Möglichkeiten

Foto: Uni Jena
An dieser Stelle an kurzes, aber herzliches Dankeschön an all die fleißigen Helfer an unserem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten vergangenen Freitag! Zwar wurden wir dieses Jahr nicht neben den Studentengemeinden platziert, doch ergaben sich auch so wieder viele spannende Gespräche.

Ebenso danken möchten wir dem stura für die Organisation und Hilfe - sowie der Debattiergesellschaft nebenan für die Kekse!

Alle Interessenten seien nochmals wärmstens zu einer - so Gott will - gemütlichen Begrüßungs-Runde am

 Dienstag, dem 22.10. um 20:00 Uhr im "Cleanicum"

Wagnergasse 11, eingeladen, wo ihr unsere Gruppe noch ein bisschen näher kennen lernen könnt.

Samstag, 31. August 2013

Buchtipp: The Skeptic's Annotated Bible

Wer den Sommer ein bisschen religionskritisch nutzen möchte, kann einen Blick auf Steve Wells' The Skeptic's Annotated Bible werfen.

Es handelt sich dabei um das Anfang dieses Jahres in Buchform veröffentlichte Lebenswerk des Autors, in dem er die gesamte King-James-Übersetzung der Bibel mit kritischen Anmerkungen versehen hat.
Die sind in Kategorien wie Gewalt, Ungerechtigkeit oder Absurdität eingeteilt. Allein die letzte ist Grund genug, einmal hineinzuschauen.
Die gedruckte Ausgabe ist nur auf Englisch erhältlich. Glücklicherweise geht ihr jedoch schon seit langem das gleichnamige Online-Projekt voraus, wo man praktischerweise auch noch Suchfunktionen zur Hand hat. Dort finden sich auch nach gleichem Muster erstellte Durchsichten des Korans und des bei uns (noch) weniger bekannten Buches Mormon.

Man sollte nun nicht so naiv sein und mit einer handvoll Zitaten zum nächstbesten Christen rennen, um ihn mit dem erhobenen Zeigefinger "aufzuklären". Zur Veranschaulichung, wie vollkommen absurd ein wörtliches, unhistorisches Verständnis heiliger Schriften ist, können solche Beispiele allerdings jederzeit gern in der Hinterhand mitgeführt werden.

Samstag, 15. Juni 2013

Zwischen Aufgeklärten und Wahnsinnigen

Unsere letzten beiden Veranstaltungen hätten in gewisser Hinsicht nicht unterschiedlicher sein können: erst der Diskussionsabend mit der Evangelischen Studierenden-Gemeinde, dann der Film Religulous.  

Eine Frage, die wir uns als gbs immer wieder stellen, lautet: Wer oder was ist eigentlich Adressat unserer Religionskritik? Alles Religiöse an sich? Religion als Ideologie? Bestimmte Gruppen und Menschen?  
Wie man sich denken kann, sind wir uns auch nach unseren Abstechern zur ESG und ins Café Wagner nicht darüber einig.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Religulous - am 11.06. im Café Wagner!


Am kommenden Dienstag, dem 11.06. lohnt es sich, um 21:00 Uhr einmal im Café Wagner (Wagnergasse 26) vorbeizuschauen.
Dort zeigen wir den satirschen Dokumentarfilm Religulous, der sich mit den absurdesten Ausprägungen beschäftigt, die die Religionen dieser Welt zu bieten haben.

 Die ZEIT kommt zu dem Schluss: "Religulous ist das prototypische Produkt einer Zyniker-Guerilla, welches an den klamaukischen Anarchismus von Borat lange nicht heranreicht, in seiner ätzenden Inquisitions-Attitüde aber streckenweise höllisch kurzweilig ist."
 Das ZDF braucht nicht ganz so viele Fremdworte und bringt es auf den Punkt: "ein etwas verstörender und wahnsinnig komischer Dokumentarfilm über die größte Fiktion aller Zeiten".

Wir freuen uns über zahlreiche Gesellschaft und interessante Gespräche im Anschluss!

--- Der Eintritt ist frei. ---